Die Anderswelt ist in der keltischen Mythologie der neben der Welt der Menschen existente Wohnort verschiedener mystischer Wesen und mythischer Personen. Die Anderswelt ist auf Inseln und am Grunde von Seen und des Meeres angesiedelt. Der Zugang, z. B. durch Höhleneingänge, ist den Normalsterblichen nur unter bestimmten Bedingungen – mit oder ohne Einverständnis der Anderswelt-Bewohner – möglich.
Die Anderswelt ist aber nicht nur jene schöne Welt, die wir aus Erzählungen kennen, die Elfen, Feen, Kobolde, Trolle usw. beherbergt. Vielmehr stellt die Anderswelt zudem das Jenseits in der keltischen Mythologie dar.
Ein wesentlicher Unterschied zwischen der keltischen Anderswelt und Jenseitsvorstellungen anderer Kulturen besteht darin, dass sie nicht nur von den „Göttern“ und deren „Helfern“ betreten und verlassen werden können, sondern dass dies auch den Menschen möglich ist – sei es im Verlauf ihres Lebens oder danach.
Es gibt in der keltischen Vorstellung so gesehen kein auf ewig zugewiesenes Totenreich – auch gibt es keinen Gedanken an eine Belohnung oder Strafe im Jenseits.
Vielmehr glaubt man an bestimmten Zyklen und Abfolgen unterworfene Übergänge in andere Daseinsformen innerhalb der diesseitigen Welt (Reinkarnation), wobei auch Bäume und andere Pflanzen eine wichtige Rolle spielten.
Zudem gibt es nach keltischer Vorstellung nicht nur Schwellenorte, wo ein Übergang oder eine Verbindung der Welten möglich ist. Darüber hinaus kommen sie sich in zyklischen Abständen an bestimmten Schwellenzeiten besonders nahe, was Chancen, aber auch Gefahren mit sich bringt. Die bedeutendsten im Jahresverlauf markierten die keltischen Hochfeste wie Samhain. Einerseits konnte man ungewollt in die Anderswelt geraten, andererseits Bewohner der Anderswelt (Feen, Elfen, Kobolde, Wiedergänger usw.) in der diesseitigen erscheinen und Schaden anrichten oder Segen bringen.

Für mich hat die Anderswelt hinsichtlich meiner Praktiken eine große Bedeutung und spielt zudem eine wichtige Rolle.
Schon von Kindestagen an, hat mich kaum etwas mehr fasziniert als Feenwesen. Auch entwickelte ich in dieser Zeit eine ungebrochene Leidenschaft für das Keltentum und Irland – mit all seinen Geschichten und Mythologien.
Im Zuge des „Fairycrafts“ o. „Fairy Witchcraft“ habe ich gelernt mich mit der Anderswelt und ihren Wesen zu verbinden. Andere tun das mit ihren Ahnen oder den Göttern; ist im Grunde dasselbe Prinzip. Durch meinen Paganismus (der dem Fairy Witchcraft ohnehin nahezu identisch ist) ist aber die Anderswelt und ihre Wesen meine Anlaufstelle (was aber natürlich nicht bedeutet, dass ich nicht auch meine Ahnen und die Götter gelegentlich anrufe).
Beim Anrufen des Feenvolkes geht es aber nicht nur darum, diesem zu ehren und mit ihnen zusammenzuarbeiten, sondern auch darum mit dem Feenvolk zu verschmelzen und sich auf einer tieferen Ebene mit ihnen und der Anderswelt zu verbinden.
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Blessed be meine Lieben und bis zum nächsten Mal, eure
