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Was soll ich sagen, ich liebe diesen Baum. Ich weiß noch nicht, ob die Trauerweide mein Kraft- oder Seelenbaum (oder beides) ist – nichtsdestotrotz hat dieser Baum eine große Anziehungskraft auf mich. Stundenlang könnte ich mich unter einer Trauerweide aufhalten, ihr lauschen, genießen. Und eben weil ich mich zu diesem Baum so hingezogen und verbunden fühle, erzähle ich euch in diesem Beitrag ein wenig über sie.
Die Weide steht in enger Verbindung mit dem Wasser und dem Mond – allein diese Aussage ist übrigens schon mein „Aha!“-Effekt gewesen. Ich liebe das Wasser, es ist mein allerliebstes Element, so lange ich zurückdenken kann hat es mich schon immer magisch angezogen. Und ich liebe den Mond.
Die Weide ist ein magischer Baum. Sie verhilft uns tief in unsere Gefühlswelt einzutauchen, vermag Schmerz aus Traurigkeit und Enttäuschung, aber auch Sorgen und Krankheiten zu lindern. So erzählte man sich bereits vor langer, langer Zeit, dass Weidenbäume sehr mitfühlend sind. Wer sich also von seinem Schmerz, seinen Sorgen oder Krankheiten lösen wollte, begab sich unter einen Weidenbaum, der den Kummer oder das Leid nicht nur spürte, sondern diesen auf sich nahm.
Den Sagen nach, dienten Weiden zudem Kobolden und Feen als Lebensraum. Ich hieß, wenn man es zu lässt, lässt sie uns einen Blick in die Anderswelt werfen.
Später wurde die Weide jedoch als Hexenbaum deklariert. Für Frauen war es von da an ratsam, sich nicht in der Nähe einer Weide aufhalten und diese zu meiden, um nicht als Hexe bezeichnet zu werden.
Die Weide in der Mythologie
Die Weide taucht in verschiedenen Mythologien auf. Bei den Germanen glaubte man, dass die Bäume als Sitz der Gottheiten fungierten. In der nordischen Mythologie z. B. war die Weide der Göttin Iduna geweiht. Sie gilt als Göttin der unvergänglichen Jugend. Bei den alten Griechen wurde die Weide mit der Erdgöttin Demeter in Verbindung gebracht, welche für Ernte und Getreide steht.
Weil die Weide mit dem Mond assoziiert wird, war sie zudem in etlichen Kulturen einer Mondgöttin gewidmet.
Heilung und Magie
In der Vergangenheit wurde die Weidenrinde von Pflanzenheilkundigen oft als Schmerzmittel eingesetzt. Die Anwendung erfolgte in Form eines Tees. Dabei soll dieser besonders gegen Regel-, Rheuma- und Kopfschmerzen Abhilfe schaffen – aber auch bei einem Hexenschuss und Ischiasbeschwerden. In der Bachblütentherapie heißt es, dass Weidenblüten Verbitterung und Groll entgegen wirken.
Des Weiteren umfasst Baummagie der Weide das Räuchern. Hierfür verwendet man in erster Linie feine Weidenspäne, welche beim Räuchern einen süßlichen Duft entwickeln. Das Räuchern dieser Weidenspäne unterstützt die Erdung und unterstützt bei Übergängen – z. B. bei beruflichen oder persönlichen Angelegenheiten. Diese Eigenschaft rührt daher, dass die Weide sich bevorzugt einen Platz an Übergängen zwischen Erde und Wasser aussucht.
Außerdem steht die Weide für Fruchtbarkeit, Wiedergeburt, Verjüngung und Erneuerung. Das liegt nicht zuletzt an dem starken Ausschlagvermögen des Baumes sowie an den zahlreichen Vermehrungsmöglichkeiten über die Samen.
Daneben wirkt die Weide oftmals melancholisch. Als Kraftbaum jedoch vermittelt sie Mitgefühl und weibliche Qualitäten. Zudem unterstützt sie künstlerische Ambitionen, ästhetische Bedürfnisse, Ausflüge und Fernreisen.
Menschen, die laut keltischen Baumhoroskop im Zeichen der Weide geboren sind, sind sehr sensibel, lernfähig, flexibel und anpassungsfähig. Sie sind gerne unterwegs, lieben Ortswechsel und jegliche andere Veränderungen – sind aber auch harmoniebedürftig und leicht beeinflussbar.
Habt ihr einen Baum mit dem ihr euch besonders verbunden fühlt? Falls ja, lasst und gerne darüber quatschen.
Bis dahin, eure

Ein Gedanke zu „Mein Seelenbaum: die Trauer-/ Weide“