Natur-/ Spiritualität

Alte Wunden

..und wie diese die Wahrnehmung trüben können.

Damit meine ich aber nicht unsere Wahrnehmung, sondern die unseres Umfeldes.

Natürlich betrifft es nicht all unsere alten Wunden, dass diese Einfluss auf die Wahrnehmung unserer Mitmenschen nehmen können – es gibt solche und solche und alle sind sie so individuell wie wir selbst.

Ich habe mit Sicherheit vielerlei alte Wunden. Welche die nur mich im Inneren beschäftigen und nicht nach Außen treten – und eben solche die eine gewisse Verhaltensweise meinerseits hervorrufen, die von meinem Umfeld dann komplett falsch verstanden wird. 

Ihr kennt bestimmt den bekannten Satz „Salz in die Wunde streuen“ und mein Umfeld streut mir gerne mal Salz in die Wunde. Es sind Trigger. Trigger die es nur gibt, weil eine alte Wunde im Hintergrund, im Unterbewusstsein agiert. Würde es diese alte Wunde nicht geben, gäbe es wahrscheinlich auch diesen Trigger nicht.

Die letzten Tage habe ich wieder vermehrt über diese Thematik nachgedacht. Auslöser dafür war eine Situation an der Arbeit. Zuvor muss ich erwähnen, dass der Ursprung dieser alten Wunde, der jetzige Trigger, aber noch aus der Kindheit und Jugendzeit stammt. Ich bin ein Außenseiter gewesen und sehr hart gemobbt worden – und mir wurden oftmals von den anderen Kindern Dinge untergeschoben , die ich gar nicht getan habe (wie z.B. hieß es mal, dass ich irgendjemanden beklaut oder andere Kinder gezwungen hätte, dass sie Würmer essen sollen).. und auch so habe ich sehr viel Ungerechtigkeit erfahren müssen.. Ich habe für mich schon festgestellt, dass dies eine Wunde ist, die sich nur schwer heilen lässt.

An der Arbeit kam es dann zu einer Situation, in der ich wegen unserer Corona-Regelungen belehrt worden bin. An sich nicht schlimm. Aber es geschah aus einem Kontext heraus, der mir vermittelte, dass ich die Regeln wohl nicht kenne und deshalb etwas falsch gemacht habe. Aber ich kenne unsere Regeln sehr gut und halte mich penibel daran. Der Grund weshalb etwas schief ging, war mangelnde Kommunikation meines Gegenübers. In solchen Situationen ist es mittlerweile zu einer natürlichen Reaktion von mir geworden, dass ich gerne die Dinge aus meiner Sicht schildere, um damit auch Missverständnisse zu klären. Mein Gegenüber fuhr mir daraufhin mehrfach über den Mund „Das soll ja kein Vorwurf sein“.. Ich muss zugeben, dass ist etwas, was ich wirklich nicht leiden kann – in irgendeiner Form, egal in welcher, „mundtot“ gemacht zu werden und sich nicht mal eine andere Seite anzuhören.. der Gegenüber müsste sich ja dann vielleicht damit auseinandersetzen auch irgendwo einen Fehler gemacht zu haben. Als ich einen erneuten Versuch startete die Situation aufklären zu wollen, wurde mir unterstellt, ich würde mich immer gleich so angegriffen fühlen und fauchig werden. In diesem Moment habe ich mich dann wirklich angegriffen gefühlt, weil mir Behauptungen mein Wesen betreffend zugeschrieben wurden, von einer Person, die mich gar nicht richtig kennt – geschweige denn richtig einschätzen kann. Wisst ihr, ich bin ein Mensch der kritikfähig ist und ich bin auch ein Mensch der Fehler zugeben kann, wenn ich einen gemacht habe.. aber wenn mir in meinen Augen Unrecht getan wird, möchte ich das Recht darauf haben, mich dazu äußern zu dürfen. Aber mein Umfeld empfindet das anscheinend wie zuvor erwähnt – und so etwas verletzt mich ein Stück weit. Natürlich, nicht jede Person kann mich so gut kennen, wie meine Engsten es tun – aber genau deswegen finde ich es stets kritisch, wenn eine Person eine andere Person meint analysieren zu können, obwohl man diese nicht kennt.

Ein anderes Bespiel für alte Wunden, die die Menschen in meinem Umfeld in Mitleidenschaft ziehen sind z.B. auch jene, die mein Herzmann regelmäßig zu spüren bekommt – die Angst betrogen, verlassen, ersetzt zu werden. Eine alte Wunde, die mir in diesem Leben schon öfter zugeführt wurde. Tatsächlich ist sie aber noch sehr viel älter und zieht sich wie ein Faden auch durch frühere Leben. Und so gerate ich immer wieder in Phasen, wo diese Wunde sich bemerkt macht und ich diese Sicherheit von ihm besonders brauche. Er kennt diese Phasen mittlerweile, aber es ist natürlich nicht so leicht nachzuvollziehen – gerade weil es ja gar nicht an ihm liegt, aber zieht ihn in Mitleidenschaft und er wundert sich natürlich um mein Verhalten.

Durch all diese Begebenheiten bin ich für mich nun zu der Erkenntnis gekommen, dass es eben auch alte Wunden gibt, die offenbar auch mein Umfeld beeinflussen. Wahrscheinlich ist das keine super-neue Feststellung. Bestimmt gibt es einige, die das schon längst festgestellt haben – aber jeder von uns befindet sich auf seiner eigenen individuellen Reise und manche Erkenntnisse brauchen Zeit.. und wenn sie dann kommen, deutet es oftmals darauf hin, dass es nun einfach der richtige Moment dafür ist, aus dem vielleicht noch mehr erwachsen kann und/oder man einen weiteren Aspekt für sich entdeckt, der die Heilung der alten Wunden unterstützt.

Einer meiner neuen Aspekte, ist die Sicht auf meine Mitmenschen. Mein etwaiger Gegenüber hat vielleicht selbst alten Wunden und reflektiert seinen eigenen Trigger auf mich, weil er/sie eben von sich ausgeht.. vielleicht streuen wir uns in gewissen Momenten gegenseitig Salz in unsere Wunden?! Das ist auf jeden Fall etwas, was ich verinnerlichen möchte wenn das nächste Mal so eine Situation entsteht.. und natürlich dabei weiter an meiner eigenen Heilung arbeiten.

Und ich möchte ehrlich sein, es gibt Wunden die sich immer wieder melden. Das bedeutet aber nicht, dass man in seiner Heilung „versagt“ hat. Manche Wunden heilen vielleicht auch nie vollständig, aber man lernt sich immer besser um diese zu kümmern und ihnen Raum zu geben.

In diesem Sinne, macht euch nicht verrückt und denkt nicht, ihr seid nicht in der Lage zu heilen, gebt euch Zeit, hört in euch hinein und in irgendeiner Weise wird es sich fügen,

bis zum nächsten Beitrag, ihr wundervollen Seelen, eure

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